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Mittwoch, 24. Mai 2017

Die letzten vier Tage des Paddy Buckley

Hallo an alle Krimi/Thriller und was eben in die Richtung geht - Freunde,

in letzter Zeit lese ich beinahe nur Rezensionsexemplare vom Verlag, was mich eher unglücklich stimmt. Dennoch waren die Bücher bisher so verwirrend oder eben wirklich gut, dass sie mich auf jeden Fall unterhalten und beschäftigt haben. Dieses Buch ist so irgendwas dazwischen.

Fakten:
  • Autor: Jeremy Massey
  • Übersetzer: Herbert Fell
  • Roman
  • 2016 erschienen
  • 272 Seiten
  • carl´s books Verlag
  • Preis: 14.99€ broschiert
Klappentext:
"Paddy Buckley ist mit Leib und Seele Bestatter. Als eine attraktive Witwe seine Zuwendung braucht, gibt er sie ihr – doch sie stirbt auf dem Höhepunkt seines körperlichen Trostes. Geschockt von diesem Erlebnis, überfährt er auf dem Heimweg einen Fußgänger. Der Tote ist der Bruder des gefährlichsten Gangsters von ganz Irland, Vincent Cullen. Jetzt hat er eine tote Witwe und einen toten Gangster am Hals, für die er obendrein auch noch die Beerdigung auszurichten hat! Er muss also höllisch aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn Cullen hat geschworen, den Tod seines Bruders zu rächen. Eine rasante Verfolgungsjagd durch Dublin beginnt. Zum Glück ist Paddy einfallsreich und kann sich auf seine Freunde verlassen … Ein höchst amüsantes Betrugsmanöver und ein ausgebufftes Verwechslungsspiel um einen Leichnam vollenden diesen köstlichen, makabren und warmherzigen Roman."

Nun ja, dieser Klappentext verrät leider einmal wieder viel zu viel von der Geschichte und dennoch kommt nicht ansatzweise die Kuriosität dieser Geschichte rüber.

 Dieses Buch ist grundsätzlich erst einmal sehr sehr schick aufgemacht, ich persönlich habe erst auf den zweiten Blick festgestellt, dass es sich beim Cover um einen Sarg handelt, was eigentlich völlig naheliegend ist, aber ich hab das eben nie bemerkt, bis ich es längere Zeit angesehen hatte, weil die Geschichte so unglaublich war.

Jedes Kapitel ist in einen Tag mit Uhrzeit oder nur Uhrzeit eingeteilt, denn wir erleben tatsächlich vier Tage, wie der Titel beschreibt. Generell lässt sich sagen, ist der Titel erstaunlich präzise gewählt und doch völlig falsch... wenn ihr wisst was ich meine!

Der Klappentext überspringt in seiner Kürze natürlich einige Ereignisse, die die Geschichte eigentlich viel mehr beeinflussen und durcheinander wirbeln, als die die bereits beschrieben wurden. Meiner Ansicht nach scheinen diese nur im Mittelpunkt zu stehen, wobei es für mich ganz andere sind. Doch ich glaube, genau das ist es, was diese Geschichte zu etwas Besonderem werden lässt. Irgendwie nicht zwingend im Positiven, aber im Eigenwilligen.

Die Sprache des Buches ist auch sehr eigen und auch sehr gewöhnungsbedürftig. Sie ist nicht wirklich vulgär aber irgendwie sehr primitiv, wenn ich es so bezeichnen darf. Vielleicht soll es auch eine Erreichbarkeit zu dem Thema Tot herstellen, was aber nur eine Idee oder ein Erklärungsversuch von mir ist. Ich persönlich habe kein Problem mit dem Thema Tot und daher hatte ich auch hier auf eine tolle Geschichte gehofft, bekam aber eine, die - wie würde man im Internetslang antworten? - auf Klickbates aus war. Es ist eine Geschichte die mit bestimmten Momenten versucht krampfhaft mehr zu sein und für alle etwas zu sein oder so ähnlich.

Hin und wieder entstehen Stimmungen, bei denen man sich gänzlich unwohl und fehl am Platz fühlt, aber nicht wie wegrennen sonder ein beschämendes Gefühl und das will ich ja ehrlich nicht beim Lesen haben. Dennoch will ich das Buch nicht schlecht darstellen, denn gefesselt hat es mich aufgrund seiner Unglaublichkeit.

Daher kann ich auch nicht so richtig sagen, ob ich das Buch nun gut oder schlecht fand, denn es war irgendwas, ohne Wertung, dazwischen. Versteht ihr wie ich meine? So diese Geschichten, die ihr nicht fassen könnt, die aber diesen gewissen Sinn für die Realität haben und doch so unwirklich sind.

Aus diesem Grund weiß ich aber auch nicht, wem ich das Buch empfehlen könnte. Ihr solltet auf jeden Fall eine neutrale bis gute Beziehung zum Tot haben oder zumindest bei dem Thema nicht schreiend davon rennen, ansonsten braucht ihr wohl eine gewisse Portion Verrücktheit, um die Geschichte zu Ende zu lesen,

eure Blue Diamond.


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