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Mittwoch, 23. August 2017

Eine Kiste explodierender Mangos

Hallo meine Mangofreunde,

wem läuft da nicht direkt das Wasser im Munde zusammen? Mangos sind mein Lieblingsobst und nur deswegen haben ich damals dieses Buch gekauft. Es stand nun wirklich ewig in meinem Regal, denn irgendwie war mir nie richtig danach. Als nun Booktubeathon war, brauchte ich einen Coverbuy für eine Challenge, und obwohl ich das Buch eher aufgrund des Namens gekauft habe, so ist die Mango doch auch auf den Cover vertreten. 

Die Fakten:
  • Autor: Mohammed Hanif
  • Titel: Eine Kiste explodierender Mangos (Original: A Case of Exploding Mangoes)
  • Übersetzung: Ursula Gräfe
  • Verlag: btb Verlag
  • Erschienen: 2011
  • Seiten: 379
  • Preis: 9,99 Euro
  • Klappentext: "Über Männer, Macht und Militär - anarchisch, komisch und bitterböse. Was führte zum mysteriösen Flugzeugabsturz im August 1988, bei dem der pakistanische Militärdiktator Zia al-Haq, mehrere seiner Generäle und der US-Botschafter ums Leben kamen? Aus dieser bis heute offenen Frage entwickelt Mohammed Hanif eine ebenso geistreiche wie großartig erzählte Satire, in der diverse Mordkomplotte bis zur letzten spannungsreichen Seite um ihr Angriffsziel ringen."
Zur Handlung: Wir treffen zu Beginn des Buches auf Ali Shigri, einen Unteroffizier der pakistanischen Armee. Er wird verhört, weil sein Zimmergenosse und Kampfkumpan Obaid verschwunden ist. Schnell wird klar, dass dieser ein Flugzeug gestohlen hat, doch die Hintergründe und Motive bleiben im Dunkeln. Shigri wird auf verschiedenste Weisen verhört, aber weiß er selbst, was Obaid vorhatte?

Zia al-Haq ist nicht gerade ein beliebter Diktator. Muss er aber auch gar nicht sein, denn ein Team von Generälen und Ministern schottet ihn systematisch von der wahren Meinung des Volkes ab. In den Zeitungen erscheinen nur genehmigte Berichte. Er hat gute Beziehungen in die USA und kann so auch dort für etwas Ordnung sorgen. Doch er weiß selbst gar nicht, wie sehr ihn manche Untertanen verachten. Dennoch ist er besessen von einer Idee: Jemand will ihn töten.

Dieses Buch muss man tatsächlich erst einmal setzen lassen. Direkt nach dem Lesen war ich einfach nur verwirrt und brauchte ein paar Tage, um zu verstehen, was das Buch mir sagen wollte. Dann allerdings stellt man schnell fest, wie clever das Buch eigentlich gemacht ist. Und dann kann man auch wirklich wertschätzen, was man da gerade für ein Leseerlebnis hatte.

Wir bekommen die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Shigri und al-Haq geschildert, vielleicht ist zwischendrin auch immer mal eine andere Sichtweise von Ministern oder Generälen, aber meist ist sehr schnell erkennbar, wer erzählt. Shigri habe ich beim Lesen als sehr interessanten Charakter empfunden, der aber nicht immer komplett vertrauenswürdig ist. Sein Vater war selbst ein sehr angesehener Militär und hat sich dann scheinbar selbst erhängt. 

Daher ist es zwischenzeitlich immer schwer einzuschätzen, ob Shigri nun der gute Soldat ist, der er vorzugeben scheint, oder ob er doch einen geheimen Racheakt plant, da der Tod seines Vaters kein Zufall war. Außerdem ist er verantwortlich für das Silent Drill Team, was etwas total seltsames für mich war. Dieser Aspekt war wirklich interessant. Und schließlich kommen dann vor allem am Ende immer wieder sehr abfällige Kommentare zu Zivilisten, was ich auch spannend fand, aber vielleicht denken Soldaten ja wirklich, sie sind etwas besseres.

Auf der anderen Seite treffen wir al-Haq selbst, der wirklich verrückt ist und völlig weltfremd. Auch seine Generäle und Minister lernen wir kennen. Dabei fand ich es angenehm, wie gut die verschiedenen Namen von einander unterschieden werden. Ich hatte fast nie Probleme damit, zu verstehen, um wen es gerade geht. Und hier schlägt die Satire natürlich zu, vor allem wenn es um die Gesundheit al-Haqs geht oder den saudischen Prinzen.

Interessant fand ich auch gewisse homoerotischen Tendenzen, die ich in so einem Buch nicht vermutet hatte, die aber noch einen kleinen Nebenaspekt mit hineinbringen. Man sollte hier allerdings nicht zu viel erwarten, immerhin geht es um das pakistanische Militär. 

Insgesamt fällt es schwer, sinnvoll über das Buch zu berichten. Aber ich kann es empfehlen, wenn ihr gern über den Tellerrand schaut und offen seid für seltsame aber spannende und gelegentlich lustige Lektüre. Das Buch hat mir durchaus auch einiges beigebracht, denn Pakistan kenne ich bisher kaum. Auch zeigt es toll auf, wie weltfremd Diktatoren leben. Und da diese wieder mehr werden um uns herum, sollten wir uns vielleicht damit auseinandersetzen. Schließlich kann man über das Buch noch gut im Nachhinein grübeln und entdeckt dabei dann eigentlich erst, wie gut es wirklich war. Das Ende ist wirklich perfekt in meiner Welt, auch wenn ich zunächst wie vor den Kopf gestoßen war. 

Kennt ihr das Buch oder habt ihr schon davon gehört? Würdet ihr es lesen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung: 
 

Sonntag, 20. August 2017

Die Buchspringer

Hallo zusammen,

nun ist der August schon wieder fast vorbei und ich habe euch gar nicht so viele Sommerschnullis vorgestellt. Naja, dafür jede Menge andere Bücher, so auch dieses.

Fakten:
  • Autorin: Mechthild Gläser
  • Roman
  • 2016 erschienen
  • 384 Seiten 
  • Loewe Verlag
  • Preis: 9,95€ (Taschenbuch)
Klappentext:
"Während des Sommerurlaubs auf einer vergessenen Shetlandinsel erfährt Amy, dass sie als Mitglied der Familie Lennox of Stormsay über die Fähigkeit verfügt, in Bücher zu reisen und dort Einfluss auf die Geschichten zu nehmen. Schnell findet Amy Freunde in der Buchwelt: Schir Khan, der Tiger aus dem Dschungelbuch, hat stets wertvolle Ratschläge für sie, während Goethes Werther zwar seinen Liebeskummer in tintenhaltigen Cocktails ertränkt, Amy aber auch ein treuer Freund ist, seit sie ihn vor den Annäherungsversuchen der Hexen aus Macbeth gerettet hat. Lediglich die Idee, Oliver Twist Kaugummi zu schenken, war nicht die beste … 
Doch bald merkt Amy, dass die Buchwelt nicht so friedlich ist, wie sie zunächst scheint. Erst verschwindet Geld aus den Schatzkammern von Ali Baba, dann verletzt sich Elizabeth Bennet auf dem Weg zum Ball mit Mr Darcy, sodass eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Weltliteratur im Keim erstickt wird. Für Amy ist klar: Sie muss den Störenfried stellen! Doch erst, als sich die Zwischenfälle auch auf die Realität auswirken und schließlich sogar ein Todesopfer fordern, wird Amy klar, wie ernst die Bedrohung ist. Worauf hat es der geheimnisvolle Attentäter wirklich abgesehen?"

Rein zur Handlung verrät der Klappentext schon recht viel. Wirklich mehr braucht ihr nicht wissen, allerdings ist er trotzdem so ungenau geschrieben, dass er einiges offen lässt.

Amy ist ein junger aufmüpfiger Charakter und auch etwas zickig. Ja so richtig toll fand ich sie nicht, aber auch nicht ganz blöd, wenn man das so sagen kann.

Amy trifft auf ihre Verwandten die sie bisher gar nicht wirklich kannte und ist sehr skeptisch. Allerdings ist sie auch froh aus ihrer Heimat weggekommen zu sein. Sowohl sie als auch ihre Mutter hatten dort zuletzt nur negative Erlebnisse. Doch auch in ihrem neuen zu Hause startet nicht alles so glimpflich. AmyS Mutter hat ihr ihre Gabe schließlich all die Jahre verschwiegen, dabei war klar, das Amy sehr begabt sein würde. Warum? Das müsst ihr selbst lesen!

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es war jetzt nicht total mitreißend aber eine tolle Geschichte um mal wieder in Märchen und Geschichten zu stöbern und die Figuren von einer anderen Perspektive kennen zu lernen. Ich mochte auch sehr, dass vermeintlich böse Figuren tatsächlich Helfer sind und nicht böse. Man bekommt auch ein weiteres Verständnis für Geschichten und das halt alles einem bestimmten Schema folgt. Allerdings weiß ich nicht ob das einem jungen Leser auch auffallen würde. Ist aber sicher auch nicht so essentiell.

Verrückt fand ich auch die Verbindung und damit die Besonderheit von Amy der beiden Welten. Das hätte ich mir ein bisschen ausgebauter gewünscht. Es war mehr so - ja das geht - fertig. Was ich auch nicht richtig durchblickt habe, ist ob eine Figur die in mehreren Geschichten vorkommt in jedem Buch auch dieselbe ist oder immer eine andere.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und war mal was anderes. Kann ich sehr gut weiterempfehlen,

eure Blue Diamond. 

Freitag, 18. August 2017

[Die Ventura-Saga] Band 1 - Wir zwei in fremden Galaxien

Hallo zusammen,

diese Geschichte habe ich durch Zufall entdeckt und wusste da noch gar nicht, wie neu sie ist. Hier war jedoch klar, dass es sich um einen ersten Band handelt - ein Glück.

Fakten:
  • Autorin: Kate Ling
  • Übersetzerin: Anja Hackländer
  • Roman
  • 2017 erschienen
  • 336 Seiten
  • Bastei Lübbe (one by Lübbe) Verlag
  • Preis: 17,00€ (gebundene Ausgabe)
Klappentext:
"Wir sind eine der interstellaren Generationen. Wir haben die Erde nie gesehen; wir werden unser Ziel nie zu sehen bekommen. Dieses Raumschiff, auf seiner siebenhundertjährigen Reise, ist das Einzige, was wir jemals sehen werden. Was unsere Kinder je sehen werden. Was unsere Eltern je gesehen haben."

Die 17-jährige Seren lebt seit ihrer Geburt auf der Ventura und steht kurz vor der Abschlussfeier ihres Schuljahrgangs. An diesem Tag wird nicht nur entschieden, in welchem Bereich des Raumschiffs sie in Zukunft arbeiten soll, vor allem wird bekanntgegeben, wer aus dem aktuellen Jahrgang zu ihrem Lebenspartner ausgewählt wurde. Doch Seren hat ein Problem, denn sie hat sich verliebt. Mit dem spanischstämmigen Domingo, kurz Dom, erlebt sie echte Gefühle, das Herzklopfen der ersten Liebe. Doch beide wissen, dass sie damit gegen alle Regeln verstoßen und nur heimlich zusammen sein können. Als sich für das junge Paar eine Möglichkeit ergibt, das Raumschiff zu verlassen, muss Seren sich entscheiden. Will sie die sicheren Räume der Ventura verlassen, ohne zu wissen, ob sie außerhalb überleben können? Aber was ist die Alternative?"

Irgendwie war mir schon bewusst, dass dieses Buch wohl im Weltraum spielen wird, aber als ich es dann noch einmal gelesen habe, war ich total hin und weg. Diese Welt, die die Autorin da geschaffen hat, ist großartig und beeindruckend. Vieles konnte ich mir nicht so richtig in der Umsetzung vorstellen, aber wenn das so geht, haben wir vielleicht doch noch eine Chance, wenn die Erde mal komplett am Ende ist.

Das System auf der Ventura ist ausgeklügelt bis ins kleinste Detail. Wie viele Menschen dürfen auf dem Raumschiff leben, wie viele Dinge werden benötigt, wie wird Nahrung hergestellt, wie werden Unterschiede und damit eventuelle Konflikte vermieden. So werden Paare einander versprochen bzw. zugeteilt und dann bekommen sie über künstliche Wege Kinder, aber auch die mehr oder weniger auf Zuteilung. Dies ist ein ziemlicher Einschnitt in das Leben eines jeden und es ist verständlich, dass wenn sich jemand gegen Liebe stellt, es zu Widerstand kommt.

So geht es nun Seren. Sie begreift mehr und mehr wie die Ventura eigentlich funktioniert und hat eine Meinung dazu. Sie will ihren zugeteilten Mann nicht, denn sie liebt einen anderen. Den anderen darf sie nicht haben und wenn sie es doch versuchen, müssen sie mit harten Strafen rechnen. Auf einem Raumschiff ist es außerdem unvermeidlich, dass irgendwann jeder alles weiß, weil man ja auch irgendwie jeden kennt, es sind ja nur 2.000 Personen insgesamt.

Es entwickelt sich also eine Liebesgeschichte, die einen großen Teil der Geschichte einnimmt und typisch Teenager-Drama ist. Dafür erntete die Autorin bereits viel Kritik, vor allem, weil es für ein bisschen Liebe kein Universum braucht. Diese Meinung teile ich nicht. Klar, ich mag einfach solche Geschichten, aber ich finde auch den Rahmen toll und das es andere Hindernisse gibt als gewöhnlich und so weiter. Sicherlich hätte die Autorin mehr auf diese dystopische Welt eingehen können und alles mehr beschreiben, aber hey - das war der erste Band und wer weiß, was noch alles folgt.

Sicherlich muss man Liebesgeschichten mögen, um dieses Buch zu mögen, und es reicht eben nicht Fan des Weltalls zu sein, aber das ist nicht schlimm. Es gibt ja genug andere Weltraumgeschichten ohne Liebe =D
Daher möchte ich das Buch definitiv weiterempfehlen. Sicherlich eher an die weiblichen Leserinnen unter euch, aber ich glaube auch Männer können ihre Freude daran haben. Schließlich gibt es einige Maschinen zu erforschen.

Weiß jemand wann der nächste Teil rauskommt?

Eure Blue Diamond.